Details der Wahlwerbeanalyse -                           Teil 1: AfD und Die Grünen

[fa icon="calendar"] 05.09.2017 07:01:00 / von Sabrina Lehmann

In unserem letzten Blogartikel haben wir bereits einen Einblick in die Ergebnisse unserer Wahlwerbeanalyse zur Bundestagswahl 2017 gegeben. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Marktforschungsunternehmen emolyzr entstanden durch qualitative Bewertungen und der Emotionsmessung umfassende Erkenntnisse. Anlass, den Blick einmal genau auf die einzelnen Parteien in unserem Ranking zu werfen. Wir stellen die Kernthesen von Platz 6 und 5 vor:

Platz 6: 
AfD - Für jeden etwas dabei.

 

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Qualitative Bewertung

› Die Bildsprache folgt keinen erkennbaren Regeln, das Schriftmuster ist gleichermaßen inkonsequent angewandt, das einzige Element zur Wiedererkennung ist der blaue Abbinder.

› In der Betrachtung herrscht zunächst Orientierungslosigkeit und es stellt sich die Frage, wo man zuerst hinsehen soll, da es keine klare Blickführung gibt .

› Die Tonalität ist trotzig und stärkt den Eindruck von »Wir gegen andere« .

› Die Bildwelt ist unrealistisch und klischeebehaftet, die Motive geben klar die Aussage des Plakates wieder.

› In ihrem Auftritt wirkt die AfD harmloser, als man sie aus der politischen Diskussion kennt.

  • Unsere Note: 1 von 5

 

Emotionsmessung

› Die Aufmerksamkeit wird durch die Bekanntheit Petrys angezogen.

› Erst nachdem das Baby betrachtet wird, ergibt der gewählte Slogan Sinn, sodass sich die Emotionen vom Negativen ins Positive wandeln
.

› Absender und Botschaft sind klar, irritierend ist in diesem Kontext dann, dass Petry gar nicht Kandidatin ist.

  • Neuro Bench 1,7 von 5

 

Fazit

Die Kommunikation der AfD entspricht einer Partei, die jung ist und sich stark vom politischen Establishment abgrenzt und ganz deutlich Themen adressiert. Die gestalterische Qualität ist dabei niedrig, die Bildsprache inkonsequent, Signale widersprechen sich. In der Gesamtwirkung ist für jeden etwas dabei, die AfD ein »Sammelbecken« für alle, die eine Alternative suchen, egal welchen Spektrums.

 
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Platz 5:
Die Grünen - Lieber laut als natürlich.

 

Screenshot 2017-09-04 15.48.30.png

 


Qualitative Bewertung

› Die Grünen arbeiten konsequent mit wenig Elementen, einer modernen, charakterstarken Schrift im Zentrum und einem plakativen Farbkontrast.

› Die Botschaften schreien förmlich aus dem Plakat. Mit der eher anklagenden Tonalität und komplizierten Botschaften werden kontrollierende Werte wie Disziplin und Moral besonders stark wahrgenommen.


› Die grundsätzliche Gestaltung signalisiert Dynamik und Wandlungsbereitschaft, der Gedanke der Rebellion nimmt mehr Raum ein als die Natur.

  • Note 3 von 5

 

Emotionsmessung

Die Aufmerksamkeit fokussiert die Botschaft, der Absender erhält nur wenig Aufmerksamkeit.

Es ist kein Element festzustellen, das positiv wirkt, und bei längerer Betrachtung macht sich das ungute Gefühl breit.

Die farbliche Verfremdung schwächt die emotionale Wirkung.

  • Neuro Bench 1,2 von 5

 

Fazit

Das neue Gestaltungsmuster wirkt auf den ersten Blick plakativ, laut und frisch, da es mit bestehenden Mustern bricht. Die Grünen kommunizieren damit Selbstbewusstsein als laute, fordernde Oppositionspartei. Die eingesetzten Bilder ziehen mit farbintensiven Kontrasten die Aufmerk-samkeit auf sich, allerdings erschwert dies die Verarbeitung der Inhalte. Die Plakate wirken letztlich unnatürlich – bei der Partei, die im Kern für Umwelt und Natürlichkeit steht.

 

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Topics: Neuromarketing, Werbewirkung, Wahrnehmung

Sabrina Lehmann

Verfasst von Sabrina Lehmann



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